InStyle Flow Yoga

Welche Yoga-Stile
gibt es heute?

Die aktuellen Yogastile & Formen

Die modernen Yogastile und Begriffe gleichen einem Dschungel, denn es gibt inzwischen unzählige verschiedene Yogastile. Und dennoch lassen sich alle heute praktizierten Stile auf die drei historischen Grundlagen, den religiös geprägten Yoga, den Yoga aus den Sutras des Patanjali und den Hatha Yoga zurückführen. Alle schöpfen aus der gleichen Quelle und legen nur unterschiedliche Schwerpunkte. Im Anbetracht der Stilvielfalt soll hier kein Anspruch auf Vollständigkeit gelegt werden. Es handelt sich um einen Auszug aus einigen bekannten Yogastilen und Formen:

Sivananda Yoga - sanft und traditionell

Eine partielle Einheit dieser sanften Hatha Yogapraxis habe ich in meiner 200h Stunden-Ausbildung nach Swami Satyananda Saraswati gelernt. Swami Sivananda Saraswati gründete 1936 die Divine Life Society, die als hinduistische spirituelle Organisation und Ashram in Indien, Rishikesh, gegründet wurde. Heute hat es Niederlassungen weltweit. Swami Satyananada Saraswati war einer seiner Schüler und schrieb 300 Bücher. Er gründete die Bihar School of Yoga im Norden Indiens, bei der wiederum mein Lehrer, Dr. Mishra, gelernt hat.

Swami Sivananda gab seinem Schüler Swami Vishnudevananda wiederum den Auftrag, sein Yoga in den Westen zu bringen. Er gründete das bis heute bestehende „Sivananda Yoga vedanta Center“ in Montreal (Kanada). Mittlerweile gibt es Sivananda Zentren in der ganzen Welt, hauptsächlich in Nordamerika und Europa. Das klassische Sivanana Yoga besteht aus 12 Schlüsselpositionen (Rishikesh-Reihe) nach Swami Vishnu Devandanda. Nach Swami Satyananda waren es Hatha-Übungen der sanften Reihe Pawanmuktasana, 1bis 3 giftlösende Asanas. In beiden Sivananda-Traditionen stehen neben der sanften asana Praxis Atemübungen, Mantren, Sanskrit, Selbstbeobachtung und Tiefen-Entspannung (Yoga Nidra) und Vegetarismus im Vordergrund. Die gesamte Lebensweise und Philosophie spielen hier auch eine größere Rolle als die asanas. Vor allem Anfänger, Ältere oder Menschen mit Bewegungseinschränkungen finden hier einen sanften Einstieg in die Yogapraxis.

Swami Satchidananda (1914-2002, Indien) war ebenfalls ein Schüler von Swami Sivananda und wurde 1960 dadurch berühmt, dass er auf dem berühmten Rockfestival in Woodstock Tausende von auf Musik wartende Zuhörer dazu animierte, die heilige Silbe Om zu chanten. Er gründete das Integral Yoga Institut in Virginia (USA), wobei er sich bei diesem integrativen Yogastil an seinen Lehrer mit sanfter Asana Praxis, Atemübungen und Tiefenentspannung / Meditation orientierte.

Vini Yoga nach der Traditionell individuell nach T. Krishnamacharya

Vini-Yoga ist eine Verbindung aus Hatha Yoga mit der Yoga-Philosophie Patanjalis. Es wurde vom indischen Yogi und Ayurveda Arzt T. Krishnamacharya gemeinsam mit seinem Sohn und Schüler Desikachar in Südindien (Madras) gegründet. Das Yoga nach Krishnamacharya greift den therapeutischen Ansatz des Godfathers auf, in dem das Yoga an die Bedürfnisse des Übenden angepasst wird. Die Asanas und Atemübungen sind an die Voraussetzungen, Bedürfnisse und Bedingungen der jeweiligen Person genau ausgerichtet. Demnach erfolgt der Unterricht meist im Einzelunterricht 1:1. Der Sohn und engste Schüler Krischnamacharyas, K.V. Desikachar (1938-2016), leitete bis zu seinem Tod den Krischnamacharya Yoga Mandiram in Chennai (vormals Madras, Indien), eine staatlich anerkannte Institution, in der auch heute noch indische und westliche Schüler ausgebildet werden. Es gilt auch heute als eins der bekanntesten Zentren für YOGATHERAPIE. Krishnamacharya hat bis heute großen Einfluss auf das Yoga und berührt auch nach seinem Tod viele Yogastile.

Iyengar Yoga - klar und präzise

B.K.S. Iyengar (1918-2014, Indien) war ein Schüler Krishnama-charyas und Desikachars Onkel. Er war der Begründer des „Iyengar Momorial Yoga Institute“ in Pune (früher Poona, Indien). Iyengar Yoga ist einer der bekanntesten Yogastile und weltweit verbreitet. Es nimmt Elemente des therapeutischen Ansatzes mit auf, setzt aber wenige auf die individuelle Anpassung als auf die Präzision.

Kundalini Yoga - spirituell und energiereich

Kundalini Yoga wurde von Yogi Bhajan (1930-2004, Pakistan) entwickelt, in der religiösen Tradition des Sikhismus, einer seit Ende des 15. Jahrhunderts in Indien praktizierten Religion. Die Lehre war eine Synthese zwischen dem Hinduismus und dem Islam. Die von ihm gegründete Health, Happy, Holy Organisation (3HO) in New Mexiko ist mittlerweile auf der ganzen Welt vertreten. Kundalini Yoga gilt als Yoga der Energie und wurde erst so richtig in den 60er Jahren bekannt. Es ist eine indische und spirituelle Praxis, die Körperübungen, Meditation, Atemübungen, Entspannung und Mantras verbindet. Mit dieser Praxis soll die Schlange, die Kundalini Energie geweckt werden. Fokus liegt hier also in der Erhöhung der Energie, wobei sich passive und aktive Übungen abwechseln. Auch hier kann man ins Schwitzen geraten. Ziel ist es, wenn die Blockaden sich lösen, die Energien frei fließen zu lassen. Dieser Weg öffnet einen Weg der Transformation. Selbst Karma Yoga, Ayurveda und ein vegetarischer Lebensstil gehören zur Erhöhung der Energie.

Tantra Yoga - lebendig und sinnlich oder die Einheit der Gegensätze

Man unterscheidet weißes und rotes Tantra.

Im weißen Tantra werden verschiedene Yoga-Praktiken genutzt, um sich von Blockaden zu reinigen und Energien zu fördern (wie Kundalini Yoga) Auch hier gehören Asanas, Meditation, Pranayama, Mudra und Yantra (Symbole) zum Unterricht. Weißes Tantra ist die Wissenschaft vom Bewusstsein. Sie befasst sich mit der Einheit der Gegensätze. Yoga bedeutet „Einheit“ und Tantra ist die „Einheit von Gegensätzen“, von Polaritäten. Im ganzen Universum können wir grundsätzlich zwei Gegensätze erkennen: Mann und Frau, Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, positiv und negativ.

Das rote Tantra ist zusätzlich sexuell orientiert und arbeitet mit sexueller Energie. Oft finden Paare gemeinsam zum Tantra Yoga, um sich wieder mehr auf die Energie als Paar zu fokussieren. Ziel ist es, den eigenen Körper wieder lieben zu lernen, sich zu entspannen und sich Gefühlen wie Lebendigkeit oder auch Sinnlichkeit hinzugeben. Die roten Tantraübungen bringen tiefe Emotionen, Sinnlichkeit, Lust & Anziehung hervor.

Kriya Yoga - meditativ, geistig orientiert

Geprägt durch Paramahansa Yogananda (1893-1952) ist dieses auch ein geistig orientierter Weg, dessen Schwerpunkte auf Meditation und geistiger Unterweisung, aber auch Körper und Atemübungen liegen. Bei diesem Yogastil geht es um Selbstfindung und sich über drei Wege von Tapas (Selbstdisziplin und Übungen) Swadhyaya (Selbsstudium, Introspektion) und Ishvara Pranidhaa (Hingabe zu Gott, Loslassen) Harmonie und Einheit zu erreichen. Paramahansa Yogananda schrieb auch Bücher für strahlende Gesundheit und Vitalität ( ollkommene Gesundheit und Vitalität). Er gilt als einer der bedeutendsten spirituellen Lehrer des 20. Jahrhunderts und vermittelt spirituelles und gesundheitliches Wissen. Sein Buch „Autobiografie eines Yogi“ wurde zu einem Bestseller.

Ananada Yoga

Swami Kriyanada (1926 – 2013; aus Rumänien mit amerikanischer Abstammung) entwickelte diesen - auch Kriya Yoga - genannten Stil, der auf Yoganandas Kriya Yoga mit Atem und Körperübungen basiert. Das Yoga lenkt den Energiefluss auf bestimmte Körperteile oder auch Organe, um den Schüler auf die Meditation und geistige Schulung vorzubereiten.

Kripalu Yoga

Amrit Desai ist Urheber des Kripula Yoga, der die Asana Praxis, die Atemübungen und den fließenden Stil Krishnamacharyas zur Grudlage hat. Er fordert die Schüler auf, die eigenen Stärken und Schwächen selbst zu erkennen. Zunächst wird die korrekte Ausführung der Asanas und die Koordination von Bewegung und Atem geübt, dann die einzelnen Positionen über einen längeren Zeitraum gehalten. Lernziel ist dabei auch, gleichmütig in einer Position zu verweilen. In der dritten letzten Stufe entwickeln die Schüler ihre eigene Praxis. Die Abfolge und das Halten der Positionen richtet sich an die Bedürfnisse des jeweiligen Schülers.

Pattabhi Jois Ashtanga Yoga - kraftvoll und herausfordernd

Ashtanga (Vinyasa) Yoga gilt als der härteste Yogastil, denn er ist dynamisch und körperlich sehr herausfordernd: Eine kraftvolle körperbezogene Praxis für eher sportlich orientierte Menschen mit Power. Vorreiter des Ashtanga Yoga war Sri K. Pattabhi Jois (1915-2009); er war Schüler von Krishnamacharya. Sein bekannter Schüler wiederum war Bryan Kest, der daraus das Power Yoga entwickelte. Beide setzten sich das Ziel, eine neue Yoga-Art zu konzipieren, die sich an die heutigen Bedürfnisse besser anpasst und zudem für die westliche Welt leichter umsetzbar und erlernbar ist. Folglich wurden Pranayama, Meditation und Satsang auf ein Minimum reduziert oder ganz weggelassen. Patthabi Jois war es, der das „Ashtanga Yoga Research Institute“ in Karnataka (vormals Mysore, Indien) in den 7oern ins Leben rief. Er übernahm vor allem Elemente des Vinyasa Yogas und verfeinerte sie. Die Besonderheit: Hier wird eine herausfordernde präzise Abfolge an Körperübungen praktiziert, die seither unverändert blieben. In einem solchen Übungsablauf, auch Serie genannt, bereitet jede Körperhaltung die nachfolgende vor. Es gibt eine Reihe von Serien, wobei die meisten Schüler allerdings kaum über die erste Serie hinauskommen. Die körperlich sehr anspruchsvollen Asanas werden kraftvoll, dynamisch und fließend geübt. Die Bewegungen werden auch hier von einer gleichmäßigen Atmung begleitet, die in einen meditativen Zustand beim Praktizierenden münden kann. Kraftaufbau und eine optimale Dehnung sind garantiert. Hier werden die Asanas auch alle im Ashtanga Count gezählt. Man lernt ganz nebenbei die indische Sanskritsprache und spürt die indischen Wurzeln des Yoga.

Vinyasa Yoga - kraftvoll, und fließend-Meditation in Bewegung

Vinyasa bedeutet so viel wie das „bewusste Platzieren von einem Schritt“. Das Ziel besteht darin, die unbewussten Räume zwischen bewusst erlebten Ereignissen mit Aufmerksamkeit und Bewusstsein zu füllen. Das Konzept von Vinyasa Krama wurde erstmals von Krischnamacharya in die Asana Praxis aufgenommen. Er wusste, dass zwischen bewussten Ereignissen die Gedanken abschweifen können, beispielsweise zwischen den einzelnen Asanas, in dem der nächste Asana vorweggenommen wird, dabei der Weg dorthin jedoch nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Um dies zu verhindern und Zentrierung und Präsenz zu erzielen, koordinierte Krischnamacharya die Bewegung mit Atemzügen und einem fließenden Übergang von einer Asana in die nächste, so dass eine Art Meditation in Bewegung entsteht. Durch eine sinnvolle Abfolge werden Wirkungen auf Körper, Geist und Seele erzielt. Dieser Ansatz wurde in den 70ern im Ashtanga Yoga weitergeführt. Auch im Power, Anusara und Jivamukti Yoga findet man diesen Ansatz von Krischnamacharya.

Die fließenden dynamischen Asana-Sequenzen geben Kraft, lösen emotionale und körperliche Blockaden und durch die „Meditation in Bewegung“ beruhigt sich der Geist und öffnet sich das Herz. Der Kreislauf kommt auf Touren und gesundes Schwitzen ist garantiert! Die Körperpositionen werden mit der Atmung synchronisiert. Der ständig aktive Energiezustand versetzt den Körper in einen Zustand äußerster Fitness und Harmonie. Wir lockern, dehnen, kräftigen und festigen das Muskelsystem und bringen das Skelett ins richtige Gleichgewicht. Die atemsynchronen Bewegungen erzeugen eine tiefe, reinigende Wärme, entgiften unsere inneren Organe und stärken uns für den Alltag. Vinyasa Power Yoga ebnet den Weg zu Kraft, Flexibilität und Ausdauer und ebnet den Weg zu lebenslanger Gesundheit, Entspannung und Antiaging. Es gibt keine vorgegebenen Abfolgen, so dass jede Stunde einzigartig kreativ und abwechslungsreich gestaltet ist.

Power Yoga - anspruchsvolle körperliche Praxis im Flow

Bryan Kest (geboren 1966, USA) war ein Patthabi Jois Schüler. Er machte den Namen Power Yoga berühmt. Weniger spirituell orientiert, zielt dieser Yoga-Stil mit einer sehr anspruchsvollen Asana Praxis im Vinyasa Stil darauf ab, sich selbst und seinen Körper zu akzeptieren. Zwar soll der Schüler in der Praxis an seine Grenzen herangehen, sie aber nicht überschreiten, sondern auf den eigenen inneren Lehrer hören, um so zu größtem gesundheitlichen Nutzen für Körper, Geist und Seele zu gelangen.

Im Grunde kann jedermann diese drei Power Yoga Kurse besuchen, doch eine 1:1 Betreuung des Kursteilnehmers ist in einem Gruppenkurs nicht gegeben. Wer Rückenleiden, Herzkreislaufprobleme oder Bluthochdruck hat, sollte lieber eine sanftere Yogapraxis oder Personaltraining buchen.

Yin Yoga - passiv und beruhigend

Während Vinyasa, Power und Ashtanga Yoga nach P. Jois dynamisch sind und das aktive YANG repräsentieren, gibt es auf der anderen Seite das ruhige meditative YIN Yoga, das den Focus auf innere Prozesse hat. Dieser Yoga-Stil eignet sich besonders für Menschen, die sich unbeweglich fühlen oder zur Ruhe kommen möchten. In Anlehnung an die TCM werden hier Energiebahnen im Körpen angesprochen und die Tiefengewebsfaszie gedehnt. Die Übungen werden jeweils drei bis fünf Minuten gehalten ohne muskuläre Anspannung. Eine genaue Ausrichtung ist hier weniger bedeutsam. Es fördert die Flexibilität und Aspekte des Loslassens. Dabei kann es auch Blockaden lösen.

Anusara Yoga - energetisierend und herzöffnend

Dieser Yoga-Stil wurde in den 90er Jahren von John Fried (geboren 1959, USA) begründet. Hier geht es neben der exakten Ausrichtung der Asanas auch um die Gefühlswelt. Mit den Yogahaltungen soll bewusst das Herz geöffnet und Emotionen Ausdruck verliehen werden. Ziel ist es mit dem „inneren FLOW in Kontakt zu kommen und dadurch mehr Zufriedenheit und Lebensfreude zu erfahren. Neben anspruchsvollen asanas im Vinyasa Stil geht es hier um die lebensbejahende Philosophie.

Jivamukti Yoga - modern und fließend (aus New York)

In den 1980er Jahren von Sharon Gannon und David Life in New York entwickelt, bezieht dieser Stil schweißtreibende Flows und Spiritualität mit ein. Gegründet auf der yogischen Philosophe versteht sich Jivamukti Yoga als Lebenseinstellung. Dieser Yogastil kombiniert verschiedene Aspekte des Yoga: Das Studieren der Grundlagentexte, Bhakti Yoga, Ahimsa = Gewaltlosigkeit, Meditation und Nada Yoga, d.h. die Integration von Musik, Chanten und Kirtan (Mantrasingen) sowie das Singen von Om in jeder Praxisstunde. Ziel ist es, Mitgefühl mit sich selbst und anderen aufzubauen (ahimsa) und es bietet einen Weg zur inneren Erleuchtung. Der Stil eröffnet Wege des körperlichen, mentalen und spirituellen Wachstums. Neben schweißtreibenden Flows im Vinyasa Stil, dynamischen Übungsabfolgen mit Musik, dem Singen von Mantren findet man hier auch Meditation. Es ist für spirituelle und fitnessaffine Yogs gleichermaßen geeignet. Hier wird gezeigt, wie man mit Meditation, Achtsamkeit, positives Denken und Gelassenheit stärkt. Insbesondere Ahimsa spielt hier eine zentrale Rolle, so dass Vegetarismus und Umweltschutz sowie ethisch-politischer Aktivismus mit einbezogen wird.

 
 
Übersicht

„Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln.“

William Shakespeare
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